"Sollt' heut der Mond nicht heller scheinen,
sollt' heut' die Sonn' nicht früh aufgehn,
so will ich diese Nacht geh'n freien,
wie alle Burschen freien geh'n."
Als er bald auf die stille Gasse trat,
da fing er an sein Lied und sang,
er sang's mit schöner, heller Stimme,
daß sein Herzlieb ans Fentser sprang.
"Sei still, sei still, mein feines Lieb',
sei still, sei still und rühr' dich nicht,
sonst weckst du Vater, weckst du Mutter,
Das ist uns zwei'n nicht wohlgetan."
"Was frag' ich nach den Eltern beiden,
an deinem Fenster bleib' ich steh'n,
will sehen dich zu meiner Freuden,
um die ich muß jetzt ferne geh'n."
Sie küssten beide sich verborgen
auf ihren zarten Mündelein,
bis das der Wächter rief den Morgen.
Ade, es muß geschieden sein.